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Stiftung Liberales Judentum Hannover
Stiftung LJH

Geschichte der Gemeinde PDF Drucken E-Mail
Lebendiges Judentum, offen nach innen und außen, im Dialog mit anderen Religionsgemeinschaften und Kulturen, das steht bei der demokratisch geführten Gemeinde an erster Stelle.

Die Gemeinde wurde im Herbst 1995 zunächst als „Neue Jüdische Gemeinde" gegründet. Am Anfang gab es weder eigene Räume, noch finanzielle Mittel, aber viel Lerneifer, Elan und Energie der Mitglieder. Gottesdienste und Feiern fanden in wechselnden Räumen statt, z, B. fand die neue Gemeinde zeitweilig Unterschlupf im Haus der Jugend in Hannover.
Die Gemeinde wurde in der Rechtsform des eingetragenen Vereins gegründet, dessen Gemeinnützigkeit anerkannt wurde. Am 7. Juni 1998 wurde durch Beschluss der Mitgliederversammlung die Richtung der Gemeinde in der Satzung endgültig verankert. Es erfolgte die Umbenennung in "Liberale Jüdische Gemeinde Hannover e. V"
Die Ausrichtung drückt sich auch durch die Mitgliedschaft in folgenden Dachverbänden aus: Landesverband der Israelitisehen Kultusgemeinden von Niedersachsen, Union Progressiver Juden in Deutschland und in der World Union for Progressive Judaism mit Sitz in Jerusalem. Damit knüpft die Gemeinde an die Tradition des liberalen Judentums an, wie es zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Deutschland entstand, praktiziert, gelebt und schließlich durch den Nationalsozialismus zerstört wurde. Religiös betreut wurde die Gemeinde von Rabbinern des Leo Baeck College in London und des Abraham Geiger Kolleg in Berlin.

Die Liberale Jüdische Gemeinde Hannover finanzierte sich drei Jahre lang ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. 1998 erfolgte die öffentliche Anerkennung der Liberalen Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und damit eine - wenn auch geringe - Partizipation der hannoverschen Liberalen Jüdischen Gemeinde an der öffentlichen Förderung. Zum überwiegenden Teil finanziert sich die Gemeinde jedoch aus anderen Quellen. Diese waren und sind: Mitgliedsbeiträge und Spenden, Förderung durch internationale jüdische Organisationen, Förderung einzelner Projekte durch Stiftungen, das Land Niedersachsen, Europäische Union sowie in geringem Umfang seit 2004, nach langwierigen Verhandlungen, auch des Zentralrats der Juden in Deutschland. Die Sicherstellung der Finanzierung erfordert nach wie vor großes Engagement der Verantwortlichen und der Mitglieder. 

Mit Hilfe einer Anschubfinanzierung der World Union for Progressive Judaism wurden im März 1998 die bis heute genutzten Räume in der Freundallee 27 angemietet. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde bereits über 200 Mitglieder, davon mehr als die Hälfte Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion.
 
Der Synagogenraum des Gemeindezentrums konnte dank einer großzügigen Spende der Norddeutschen Landesbank mit einem künstlerisch gestalteten Toraschrank aus handgetriebenem Kupfer ausgestattet werden. Ihre Torarolle erhielt die Gemeinde aus Pittsburgh/USA von der dortigen progressiven Gemeinde als Dauerleihgabe. Aus Spenden von Mitgliedern und Freunden konnte im August 2005 die zweite Rolle erworben werden. Ein weiterer wichtiger Schritt war im Jahr 2001 die Einrichtung einer liberalen jüdischen Begräbnisstätte auf dem Stadtfriedhof Lahe in Hannover.
 
Dank dem ehrenamtlichen Engagement vieler Mitglieder gibt es inzwischen ein vielfältiges Gemeindeleben, religiös, sozial und kulturell: Deutschunterricht für Zuwanderer, einen Chor, Gymnastik, Tanzunterricht und Joga, eine Theatergruppe, die Musikgruppe "Mizwa", Kindergruppen, das Frauencafe, eine Selbsthilfegruppe - die Raumkapazität ist völlig ausgeschöpft.
Konzerte, Lesungen, Vortragsveranstaltungen und andere kulturelle Angebote werden oft und gerne angenommen.
Unter dem Dach der Gemeinde hat auch die jüdische Frauenorganisation "WIZO" ihr zu Hause gefunden. WIZO Women's International Zionist Organisation macht wechselnde Veranstaltungen und einen jährlichen Basar, dessen Erlös dem Theodor-Heuss-Familientherapiezentrum in Herzlia, Israel zugute kommt.
Eine gute Beziehung besteht auch zum Europäischen Zentrum für jüdische Musik in Hannover. 

Die Liberale Jüdische Gemeinde Hannover besteht jetzt 10 Jahre - man könnte nun fragen: "Was sind schon 10 Jahre?" Besonders für die Gründungsmitglieder ist dies aber ein kleines Wunder, das mit viel Kraft und persönlichem Einsatz aller Mitglieder, besonders der Verantwortlichen erwirkt wurde. Der Lohn ist eine lebendige jüdische Gemeinschaft, die weiterwachsen und sich entwickeln möchte zum Guten ihrer Mitglieder, zum Wohle der Stadt Hannover und zur weiteren Etablierung liberalen jüdischen Lebens.


Ingrid Wettberg
Vorsitzende der Liberalen
Jüdischen Gemeinde Hannover

 
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